Ab 12. Mai 2023

1848

Als Deutschland

Demokratie träumte

Ein Jahr wie kein anderes

 
 

Das politische System Deutschlands mag den meisten, vor allem den jüngeren Menschen, als eine Selbstverständlichkeit erscheinen. Für das Verständnis dieser Volksherrschaft, die wir Demokratie nennen, ist es sinnvoll, ihre Grundlagen kennenzulernen.

Vor 175 Jahren bildete sich eine von verschiedenen Bevölkerungsschichten getragene Bewegung, die sich gegen die Alleinherrschaft der Könige und Fürsten wendete. Welche Leitbilder die Revolutionäre und die alten Landesfürsten damals hatten, sieht man auf den Münzen und Medaillen der Zeit.

Sie sind ein völlig anderes Medium als Geschichtsbücher, da sie als originale Bild- und Schriftquellen stark konzentriert das Wesentliche verständlich zeigen.

Ein brennender Thron, Helden und Symbole

 

Vorspiel: Februar-Revolution in Paris 

Ende Februar 1848 kam es in Paris zum Ausbruch einer Revolution, in deren Folge König Louis-Philippe zurücktrat. Am 24. Februar 1848 schleppten Demonstranten den königlichen Thron aus seinem Palast. Sie stellten ihn an die hochsymbolische Stelle, an der die Bastille, das ehemalige Gefängnis, gestanden hatte und wo die Juli-Säule an die Revolution von 1830 erinnert, und verbrannten ihn.

 

Märtyrer der Demokratiebewegung

Robert Blum setzte sich in vielen Reden vor tausenden Zuhörern für liberale und demokratische Ideen ein. Er war eine Identifikationsfigur der Arbeiterbewegung und forderte die Schaffung einer Republik. In Frankfurt wurde er 1848 zum Vizepräsidenten des Vorparlaments gewählt.

Als die Nachrichten vom Aufstand in Wien im Oktober eintrafen, reiste er dorthin, hielt Reden und beteiligte sich an der Verteidigung Wiens gegen die anrückenden kaiserlichen Truppen. Nach dem Fall Wiens wurde Blum dort unter Missachtung seiner Abgeordnetenimmunität inhaftiert und gerichtlich zum Tode verurteilt. Am 9. November wurde er standrechtlich hingerichtet.

 

Eichen im Morgenlicht 

Die deutschen Medaillenkünstler fingen die allgemeine Bewegung nicht mit Bildern von Barrikadenkämpfen ein; anders als die in der Ausstellung ebenfalls gezeigten Grafiken. In der Augsburger Medaillenwerkstatt Drentwett wurde mit dem Bild zweier Eichen im Morgenlicht, dem ungekrönten Reichsadler und dem verbindenden Schriftband “SEID EINIG“ vielmehr ein Sinnbild für die Bewegung geschaffen, das eine Hoffnung dieser Zeit ausdrückt.

Gescheitert oder doch erfolgreich?

Unter dem Druck der Landesfürsten, die ihre Regierungen nicht aufgeben wollten, scheiterte 1849 die revolutionäre Erhebung. Und dennoch hatten die Revolutionäre etwas bewegt. Neue Verfassungen waren entstanden und bestimmte Grundrechte fortan präsent. Es kam zur Bildung von Bewegungen für die Rechte der Arbeiter wie für die der Frauen. 50 Jahre später entstanden dann erste Medaillen, die die vergangenen Kämpfe im Sinne der Parteien zeigen. Noch heute leiten sich politische Parteien von dieser Zeit ab.

In einem Ausstellungskatalog werden alle Stücke präsentiert. In Beiträgen verschiedener Autoren werden die teils dramatischen Ereignisse geschildert, die den Anlass für diese Stücke gaben.

Vergangene Ausstellungen

Entdecken Sie spannende Themen rund um Geld, Münzen und Medaillen.