
Eine Medaille ist kein offizielles Zahlungsmittel, sondern ein Gedenk- oder Schaustück, das im Gegensatz zu Münzen nicht nur von staatlicher Seite ausgegeben werden kann, sondern auch von Vereinigungen, Privatpersonen und Firmen. Größere Medaillen werden in der Regel in Gussverfahren hergestellt, kleinere geprägt.
Angeregt von antiken Vorbildern, schufen in der Renaissance zunächst italienische Künstler die ersten großformatigen Medaillen. So prägte der Maler Antonio Pisanello seit 1438 Werke mit plastischem Relief im Gussverfahren. Die von ihm gewählte Anordnung: Porträt auf der Hauptseite, szenische Darstellung auf der Gegenseite, ist verbindliche Form für die Mehrzahl der Medaillen geblieben.
Zu den herausragenden Schwerpunkten der Sammlung zählen die deutschen Renaissancemedaillen des 16. Jahrhunderts und die zugehörigen Formmodelle in Hartholz oder weichem Stein. Als Auftraggeber tritt hier neben den Fürsten der wohlhabende selbstbewusste Bürger auf. Auch die Plaketten mit allegorischen und mythologischen Darstellungen erlebten damals eine Blütezeit. Diese Reliefplatten, meist viereckig, dienten als Vorlagen für den Schmuck an Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen.
Besondere Funktion hatten die im 16. und 17. Jahrhundert üblichen Medaillenkleinode oder "Gnadenpfennige". Sie wurden von Fürsten an geschätzte Personen verliehen und gleichsam wie Orden auf der Kleidung getragen.
Einen neuen Schwerpunkt erhielt die Sammlung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts durch die Aktivitäten von Georg Habich, dem profunden Kenner speziell der deutschen Renaissancemedaille. Er hat dieses Gebiet besonders gepflegt und wissenschaftlich erschlossen. Durch seinen engen Kontakt mit Münchner Künstlern nahm er Einfluss auf die Gestaltung der deutschen Medaille seiner Zeit.
Ein breiter Raum ist der neueren und modernen Medaillenkunst eingeräumt, die seit dem späten 19. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland neu aufblühte, bis hin zu den manchmal eigenwilligen Schöpfungen unserer Tage. Die Münzsammlung unterhält einen regen Kontakt zum Künstlerkreis der Medailleure, den sie selbst 1988 mit initiert hat.
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